Wir sind diesen Februar (2015) in der Hunde Zeitung "Partner Hund"  zu sehen!



   






                                Vielen Dank an die Redaktion!


Reportage: "Wir sind Bergmenschen“

Man höre und staune: Auf die Frage an den zehnjährigen Philipp, der mit seiner Familie gerade Almhüttenurlaub in der Stinighütte im Langalmtal macht, was ihm dabei am besten gefalle, antwortet er spontan: „Dass es hier keinen Fernseher gibt!“
Die versammelte Familie Edelbacher-Taschl vor der Stinighütte - die Oma hat fotografiert.
Etwas später fällt ihm dann doch noch einiges ein, was auf der Alm cool ist: das Wandern, beim Griller ein großes Feuer machen, Schwammerln suchen, die Hüttenspiele, die Ponys füttern. Langweilig wird es ihm und seinem Bruder Stephan (5) ganz bestimmt nicht. Wobei dann Stephan noch betont, dass er schon als Baby hier auf der Stinighütte Urlaub gemacht hat. Er war sooo klein, zeigt er.

Ein sanfter, warmer Gewitterregen ist soeben über die Alm hinausgezogen. In der Stinighütte sitzt die Familie Edelbacher-Taschl – Eltern, zwei Kinder, Großeltern und ein Onkel – beim gemütlichen Abendessen. Ein schneller Blick, es gibt herrlich duftende Spaghetti in der großen Schüssel. Die Familie schätzt gerade die Stinighütte sehr, weil so viel Platz in ihr ist. Die sieben Personen können ihre sieben Sachen, die man beim Aufenthalt in einer Selbstversorgerhütte so braucht, leicht verstauen. Es bleibt für jeden einzelnen noch genug Platz in und um die Hütte, um sich auch einmal zurückziehen zu können. Und wichtig ist auch, dass der offensichtlich wohlerzogene Hund mit darf. "Man kann doch nicht den Hund im Urlaub abschieben“, meinen Großvater und Onkel unisono.

Weitere Vorzüge der Stinighütte: Man kann direkt von der Hütte schöne Wanderungen machen. Die frische Milch und die Butter holt man sich nebenan bei der Veidlhütte und zum Essen kann man zur Petodnighütte spazieren. Martina, die Mutter der Buben, kommt ins Schwärmen: "Die Kirchtagssuppe war herrlich. Und dann gibt’s Kasnudeln, Kletzennudeln, Ritschert, Frigga – Kärntner Kost zum Loben!“

 

Der viele Platz in der Stinighütte ist übrigens kein Zufall. Der Vater von Karl Stinig wollte einst ein Almgasthaus in der Hütte einrichten, verstarb dann aber leider zu früh. Sein Sohn hat sich für das Vermieten der Hütte an Selbstversorger entschieden und ist damit offensichtlich sehr gut gefahren.
Dieser "Vogel" bewacht den Brunnen und das Hüttenareal.
Mit den Hüttengästen aus St. Pölten hat sich über die Jahre hinweg eine nette Freundschaft entwickelt. Alexandra und Karl Stinig waren bei ihren Gästen in Niederösterreich auch schon zu Gast.

Die Familie Edelbacher-Taschl wird weiterhin zur Stinighütte kommen, weil "wir sind einfach Bergmenschen“. Hoffentlich braucht der oben zitierte Philipp mit zunehmendem Alter nicht eines Tages doch noch einen Fernseher. Denn damit kann die Stinighütte – glücklicherweise – bis auf Weiteres nicht dienen.

Bunte Blumen bringen Holz zum Strahlen

In Kaning bei Radenthein leuchtet das Stinig-Bauernhaus nur so vor prachtvollen Balkon- und Gartenblumen. Damit zog Alexandra Isola die Jury der Blumenolympiade auf ihre Seite.

Alexandra Isola versteht sich darauf, das 500 Jahre alte Bauernhaus mit bunter Pracht zu verzieren

Foto © KLZ/Camilla KleinsasserAlexandra Isola versteht sich darauf, das 500 Jahre alte Bauernhaus mit bunter Pracht zu verzieren

Blumen waren schon immer meine Leidenschaft - schon als ich noch in Radenthein in einer Wohnung lebte", schwärmt Alexandra Isola. Mit dem hölzernen Bauernhaus vulgo Stinig in Kaning oberhalb von Radenthein hat sie nun jedes Jahr eine große Herausforderung, aber auch viel Platz für ihre Kreativität gefunden und heuer bereits bei der Jury der Blumenolympiade in der Kategorie "Privathäuser mit Balkon und Garten" in der Gemeindewertung gepunktet. Isola: "Beim Gewand ist es ja oft so, dass die eine Farbe nicht zur anderen passt. Bei den Blumen ist das ganz egal. Man kann sie kunterbunt zusammensetzen, die Farben schlagen sich nicht. Es sieht einfach alles harmonisch aus - überhaupt in Verbindung mit dem Holz des Hauses."

Familientradition

Der Stinig-Hof ist seit 500 Jahren in der Familie von Alexandra Isolas Lebensgefährten Karl Stinig, der selbst viele Ideen hat und umsetzt. "Das Marterl vor dem Haus, hat er zum Beispiel selbst gemacht", erklärt Isola. Und mit Schwiegermutter Siegtraud wohnt bereits eine ehemalige Landessiegerin der Blumenolympiade - einer Aktion der Fördergemeinschaft Garten in Kooperation mit der Kleinen Zeitung und dem Gemeindereferat des Landes Kärnten - aus dem Jahr 2002 im Haus. "Diese Tradition möchte ich natürlich bestmöglich weiterführen", sagt Isola, die ein besonderes Faible für Pelargonien hat: "Die passen gut zum Haus, sind pflegeleicht und wetterbeständig, was hier am Berg wichtig ist. Meine Lieblingsblumen sind aber die farbintensiven Fuchsien und Bougainvillea."

Tiere und Blumen

Rund eine Stunde ist Alexandra Isola täglich mit der Pflege ihrer Pflanzen beschäftigt. Am Balkon hilft eine Bewässerungsanlage, im Garten auch schon mal die Söhne Thomas (12) und Wolfgang (10) beim Rasen mähen. Nebenher kümmert sie sich auch um die Nebenerwerbslandwirtschaft mit Pinzgauer-Rindern, Pustertaler Sprinzen, Schweinen, Haubenenten, große Wyandotten Hühnern und vor allem Mini-Shetlandponys, deren Zucht eine weitere große Leidenschaft der zweifachen Mutter ist.

 

CAMILLA KLEINSASSER